(22.6.2010)

"Turnfoerster" Hannich

Vom Landesturnfest ist der Lohrbacher Harald Hannich mit dem Vizemeistertitel seiner Altersklasse zurueckgekehrt.

Lohrbach/Offenburg. Handstand - das kennt der Turnlaie noch Aber: Schwebekippe, Vorhalte, Schwalbe, Uebergraetschen, Schwungstemme? Wer nichts vom Turnen versteht, versteht diese Worte nicht. Harald Hannich versteht was vom Turnen. Was er gerade erneut beim Baden - Wuerttembergischen Landesturnfest in Offenburg bewiesen hat; mit Medaille, Urkunde und dem Vizemeistertitel im Geraeteturnen in der Altersklasse 50 bis 54 Jahre kehrte der Lohrbacher wieder heim. Rang 2, den hatte er auch beim letzten Landesturnfest in Friedrichshafen erreicht. Im Zweijahreswechsel wird das Sportfest mal vom badischen, mal vom schwaebischen Turnerbund ausgerichtet. 2012 ist die Veranstaltung, mit jeweils rund 15 000 Teilnehmern die groeßte Breitensportveranstaltung in Baden - Wuerttemberg, in Heilbronn.

In Harald Hannichs Buero haengt bereits eine stattliche Zahl von Medaillen. "Mit 47,5 Punkten habe ich in Offenburg sogar eine hoehere Punktzahl erreicht als zwei Jahre zuvor am Bodensee", freut er sich. Fuenf Kueruebungen mit je drei Elementgruppen und je 5 Teilen plus Abgang hat sich Hannich so zusammengestellt, dass seine Faehigkeiten gut zur Geltung kamen. "Beim Einturnen schaut man, was die anderen so treiben und stellt dann sein eigenes Programm evtl. um und vor." Dass dabei internationale Wertungsvorschriften eingehalten werden, versteht sich von selbst.

Hannich hatte in Offenburg eine Schwalbe eingebaut, eine Kraft fordernden, schwere Uebung am Boden (gibt es auch an den Ringen), die hohe Punktzahlen bringen kann. Der 52-Jaehrige hat mit 12,0 Punkten die Hoechstpunktzahl an diesem Geraet unter allen Teilnehmern erreicht.

Trainiert wird in der Regel einmal woechentlich in Obergrombach, Hannichs Heimatgemeinde im Kraichgau. Trotz einer Schleimbeutelentzuendung in der Schulter und eines Dienstunfalls am Ellenbogen (Hannich ist Forstamtmann in Diensten des Neckar-Odenwald-Kreises) im Oktober vergangenen Jahres. "Deshalb konnte ich nicht so intensiv trainieren, aber in den letzten sechs Wochen bin ich zweimal pro Woche nach Obergrombach gefahren, um Uebungen zusammen zu stellen, trainieren und gewisse Automatismen sauber einzuueben." Außerdem hat er zwei Kilogramm abgenommen. Es scheint sich gelohnt zu haben. Aber auch daheim fordert sich der 1,60 Meter große Muskelmann, treibt Krafttraining nach Verletzungen oder vor Wettkaempfen mit teils selbst gebauten Geraeten. Zusaetzliches Konditionstraining braucht er nicht. "Ich bin ja den ganzen Tag im Wald auf den Fueßen…" Theoretisch hat er mit dem Vizemeistertitel die Qualifikation fuer die Deutschen Meisterschaften in der Tasche, aber ob es dazu kommt, das entscheidet er nach Lage der Dinge, denn außer der Kunstturnerei und den Foersterpflichten betreibt Harald Hannich eine Besenwirtschaft in Lohrbach. Aber an den Nagel haengt er den Sport gewiss nicht, auch wenn ihm das Aerzte aufgrund von Verletzungen schon mehrfach geraten hatten. So koennte es sein, dass der turnende Foerster noch in 25 Jahren bei Turnfesten mitmischt. Er waere nicht der Erste. "Der aelteste Teilnehmer 2010 in Offenburg war schließlich auch schon 87 Jahre alt." Na, dann die Geraete!


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